Nicht über die Dunkelheit klagen,

Sondern ein Licht entzünden

Manchmal krieg ich das einfach nicht hin

In der Straßenbahn

Mir gegenüber eine Frau mit Kopftuch und langem, unförmigen Mantel

Da krieg ich ’n Föhn

So viele Frauen in so vielen Ländern haben so lange gekämpft und kämpfen immer noch, um hocherhobenen Hauptes durch die Straßen gehen zu können, unabhängig und selbst-bestimmt zu leben

Ja, es gibt sie, die Frauen, die sich aus welchen Gründen auch immer, selbst-bestimmt für das Kopftuch, den Schleier entscheiden

Das ändert aber nichts daran, dass Kopftuch und Schleier aus Kulturen stammen, in denen Frauen froh sein können, wenn sie heute schon Auto fahren „dürfen“

Und ich guck diese Frau an … ich gestehe … so, wie ich denke … nicht gerade freundlich gesonnen

Und was passiert ?

Sie guckt weg

Und ich krieg noch mehr ’n Föhn

In der Straßenbahn in Deutschland im Jahre 2019 sitzt mir eine Frau gegenüber, die mir nicht in die Augen gucken kann

Und ich weiß

Ich hätte sie freundlich angucken sollen

Stärken, nicht noch mehr schwächen

Aber manchmal krieg ich das einfach nicht hin

93 Kommentare zu „Nicht über die Dunkelheit klagen,

    1. tja … das läge auf der Hand … es gelten immer die Regeln des Landes , in dem man sich befindet
      Und wenn du im falschen Land im Bikini in die Moschee gehst , riskierst du nicht nur böse Blicke , sondern dein Leben

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                    1. Ich bin nicht gläubig.
                      Mag die Atmosphäre zwar gern und schaue mir auch gerne Kirchen an, aber das war’s. Der Rest meiner Familie ist rk. Finde sogar den Gottesdienst dort interessanter.

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          1. Als die evangelischen Pfarrerinnen sich hier ihre Rechte erkämpften , gab es den Zwischen Status – Sie durften predigen aber kein Pfarrer Robe tragen
            Als sie damit drohten, im Mini Rock zu predigen , durften sie auch Robe tragen

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              1. Am Miriams Tag hat die Pfarrerin von unserer Gemeinde mal die Geschichte erzählt … sie hat das alles noch selbst erlebt …
                Erst durften sie Religions Wissenschaft studieren , aber es gab noch keine Pfarrerinnen …
                Am Anfang durften Pfarrerinnen nur Pfarrer heiraten …
                War sehr interessant

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                    1. Eben….die Iren sind sowas von sauer auf die Kirche. Als der Papst kam, ging kaum einer hin, obwohl sie sehr gläubig sind.

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                    2. Wenn man in den Kern guckt … im christlichen Fall genannt Ur-Christentum … wäre Jesus nicht auferstanden von den Toten , er würde ständig rotieren im Grab 🙄

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                    3. Naja, das stimmt, aber die, die die Macht in der Kirche haben, zeigen kein wirkliches Interesse an der Aufklärung.

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                    4. Die die die ( dididi 😆 ein Komma könnten helfen 😆
                      Also noch mal :
                      Die, die die Macht haben sind immer das Problem, egal ob in Staat oder Kirche
                      @ Keine Macht für Niemand – Wahres Herrschen ist Dienen – Schade, dass Beton nicht brennt 😉

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                    5. Ich habe noch Hoffnung, dass sich irgendwann etwas ändert. Aber irgendwo habe ich mal gelesen, dass Macht den Menschen verändert.

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                    6. Aber wem nützt das ?
                      Die Kirche … jedenfalls die Kirchen , die mir bekannt sind …
                      Sind Anlaufstelle und bieten Raum für Bedürftige
                      Suppenküche für Obdachlose , Deutsch Unterricht für Ausländer , Platz für vernachlässigte Kinder , Soziale und psychologische Beratung bei der man SOFORT einen Termin kriegt und nicht erst in drei Monaten , Räume für Selbsthilfe Gruppen , Senioren -Kaffeetrinken , Diakonie Läden , in denen Menschen , die kein Geld haben , billig Sachen kaufen können …
                      Das alles ist Kirche
                      Mal ganz abgesehen von den Gottesdiensten … die auch mal ganz abgesehen vom lieben Gott Treffpunkt für Alleinstehende und Einsame sind

                      Du glaubst doch nicht , dass sich ein Würdenträger was wegnehmen lässt von sinkenden Kirchensteuer Einnahmen ?
                      Es trifft wie immer zuerst die Armen

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                    7. Ich stimme Dir da zu. Aber so viele Kinder sind sexuell missbraucht worden und die Kirche ist nicht bereit, das aufzuarbeiten. Solange das nicht passiert, kann ich mit der Institution nichts anfangen.

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                    8. Kann ich verstehen , aber dann kannste echt auswandern von diesem Planeten
                      Guckt man sich die Zahlen von Kindesmissbrauch an …
                      Ich mach das nicht mehr
                      Mir war tagelang übel und ich konnte kaum noch rausgehen auf die Straße und mich unter all den „normalen“ Menschen bewegen

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                    9. Ich habe eben noch in meinem Blog die Zahlen laut New York Times veröffentlicht. Im letzten Jahr waren 45mio + Fotos und Videos von sexuell missbrauchten Kindern im Netz. Doppelt so viele als im Jahr zuvor.
                      Das einzige Land, das Regress einfordern konnte, waren die USA. Das gefällt mir dort.

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                    10. I am the one in ten
                      A number on a list
                      I am the one in ten
                      Even though I don’t exist
                      Nobody knows me
                      But I’m always there
                      A statistical reminder of a world that doesn’t care
                      (Third World)

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  1. Sich aus alten Strukturen herauszuwinden braucht Zeit, viel Zeit. Ich habe mit den äußerlichen Zeichen gar kein Problem, eher mit den inneren Einstellungen gegenüber Frauen und deren Folgen. Deshalb bin ich ihnen auch herzlich zugetan. Liegt mit Sicherheit an den zwangsläufig häufigen Kontakten. Einige meiner Schüler (Freunde meiner Kinder auch) haben Kopftuchmütter, zu denen ich eine enge Verbindung habe, die mich noch umarmen, nachdem ihre Kinder längst auf anderen Schulen sind. Und die meisten werden von ihren Männern respektiert und geliebt. Die auch ihren Töchtern die Wahl lassen, wie sie sich in der Öffentlichkeit kleiden. Das ist mal ein erster Schritt. Auf meinen gut besuchten Klassenfesten wurde das gar nicht mehr wahrgenommen, ob Kopftuch oder nicht. Es gab bisher nur zwei Familien, wo jeder Kontakt zur Schule der Kinder untersagt war, da war auch nichts aufzubrechen. Das ist denke ich in der Kleinstadt weniger krass als in Ballungsräumen.
    Bzgl. „freiwilliger“ Verhüllung gibt es aus meiner Sicht zwei Ursachen: Die aus der Not fehlender Selbstständigkeit geborene vernunftbegründete Unterwerfung zum Schutz der Kinder und Verbleiben in der (geliebten) Gemeinschaft und die echte Freiwilligkeit aus emotionalen Gründen, die ich nachvollziehen kann, da ich dieses Gefühl nach der Geburt meines ersten Sohnes selbst erlebt habe. Es bezieht sich auf die ausziehenden, abtaxierenden Blicke, Bemerkungen und offensichtlichen Gedanken der Männer, die mir zuvor herzlich egal waren. Sie kriegten eine Satz vor den Kopf geknallt, dass ihnen gleich alles verging.
    Ich war Zwanzig, lebte als Studentin in Frankfurt/Main und empfand diese Blicke als junge Mutter dermaßen abstoßend, eklig und herabwürdigend, dass ich für einige Zeit draußen nur noch in weiten Hosen und viel zu großen, bis an die Knie reichenden Seemannspullovern herumlief und die Haare streng zu einem Knoten gebunden hatte, um am besten überhaupt nicht wahrgenommen zu werden. Philip ist im Januar geboren, im Sommer hatte ich mich wieder „normalisiert“. Aber dieses Gefühl war so stark und bestimmend, dass ich es nicht hätte ignorieren können.

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    1. Danke Caro

      Das mit den Blicken … in den letzten Jahren ist mir das ein oder zwei mal passiert …
      Blicke von Männern … Nein !
      Das mach ich nicht mit.
      Habe sehr schnell umgeschaltet , denn der Reflex war da …
      Es ist unangenehm, so angeguckt zu werden und frau guckt weg … senkt den Blick
      No !
      Nicht mit mir
      Wenn jetzt einer nur Anstalten macht , guck ich sofort zurück – in die Augen … soll doch der Mann den Blick senken , der es wagt , mich so anzusehen

      Ich kann das
      Nicht jede Frau kann das
      Und ich lebe in gemäßigten Stadtteilen …
      Es gibt Viertel mit großer Mehrzahl bestimmter Nationalitäten
      Die kann man meiden … aber was passiert dann ?

      Ich weiß deine Worte zu schätzen
      Ich habe auch keine schwarz-weiß Sicht der Dinge
      Aber Integration ?
      Miteinander ?
      Das findet nicht statt , wenn ganze Straßenzüge in – z.B. – libanesischer Hand sind

      Das ist keine Kritik an den Menschen
      Sie haben es nicht anders gelernt und wie du sagst – Prozesse brauchen Zeit

      Doch es bleibt bestehen :
      Ich will das hier nicht
      Ich will nicht den Blick senken und ich will hier auch nicht andere Frauen den Blick senken sehen

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      1. Ich kann in der Regel auch mit Blicken in die Schranken weisen und so hat auch noch nie jemand gewagt, mir auf den Hintern zu klopfen oder mir auch nur beschwichtigend auf den Arm zu fassen. Ein Kollege wollte das mal tun, hat dann aber blitzartig und erschrocken den Arm zurückgezogen.
        Aber es gab in meinem Leben durchaus kurze Phasen, in denen ich sehr verletzlich war.
        Diese etablierten Parallelwelten, die in der Kleinstadt kaum existieren, will ich hier auch nicht.
        Den Blick gesenkt habe ich schon manchmal in dem Wissen, dass oft Männer aus manch anderem Kulturkreis einfach (noch) nicht genug Weitblick (gar keinen) haben, es einfach nicht kapieren können, wie es hier läuft. Das sehe ich ihnen nach.

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      2. Ich vermeide es schon denen in die Augen zu blicken.
        Ich senke zwar nicht den Blick, schaue sie aber nicht direkt an.
        Viele fühlen sich doch dadurch provoziert oder animiert.
        Das brauch ich nicht.

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