Offener Brief an Herrn Prof. Eckhard Nagel

Lieber Herr Doktor Professor,

Es ist schade, dass Sie uns verlassen.

Sie haben Titel, Positionen und angesehene Freunde.

Jedoch war ich noch nie ein Mensch, der sich von Titel und Positionen beeindrucken lässt 😉

Beeindruckt haben Sie mich bei der Feier zum Reformations-Tag, war es vor zwei oder drei Jahren?

Ihre Rede war große Klasse 🙂 und dann sah ich Sie danach, wie Sie mit den Menschen umgehen….

Wir sind uns in den letzten Jahren ein paar Mal flüchtig begegnet, Sie werden sich nicht an mich erinnern, aber das macht nichts 😉

Wir – und ich weiß von einigen anderen Kollegen, dass die das genau so sehen – werden Sie vermissen!

Von Herzen wünsche ich Ihnen Alles Gute für Ihren Neustart in der neuen alten Heimat und den Rest des Lebens!

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Glück

ist unser natürlicher Zustand.

Wir müssen nur entfernen, was uns unglücklich macht.

Buch oder Kindle?

Die kleinen Maschinen sind ungemein praktisch, da kann man 36.000 Bücher drauf speichern.

Na klasse – und was soll ich bitteschön mit 36.000 Büchern?

Grad mal ein Drittel Buch hab ich geschafft im Urlaub, gab ja so viel anderes zu gucken…

Bücher haben Geschichte.

Bücher wecken Erinnerungen.

Bücher haben Eigen-Leben.

Früher, mein Mann und ich, wir haben immer die gleichen Bücher hinter einander gelesen. Wenn der zweite dran war, konnten wir uns darüber unterhalten. Noch immer find ich ab und zu ein paar Tabak-Krümel zwischen den Seiten, weil er immer beim lesen Zigaretten gedreht hat….

Dieses, was ich jetzt mit hatte, hab ich dann irgendwann am meine Mutter weiter gegeben und ich hab sie lebendig vor Augen, wie begeistert sie damals war “Das ist ja ein tolles Buch!“

Vor dem Urlaub hab ich’s mir wieder aus ihrem Bücherschrank geholt.

Es hat schon was gesehen von der Welt.

War schon in drei verschiedenen Ländern.

Reisen können die Maschinchen auch.

Aber das Papier vergilbt nicht, der Deckel verknickt nicht und man kann keine Seiten umblättern…

Rhodos Diaries

Empfinden mit allen Sinnen.

Das Rot der Blüten, das Grün der Blätter.

Die warme Luft auf der Haut.

In den Bäumen raschelt der Wind.

Direkt um die Ecke von meinem Zimmer, alles kleine „Eigenheime“ mit Tür nach draußen, der Pool. Drumherum Wiese. Die geht über in den Strand

Und auf dem Strand stehen Bäume !!! 🙂 🙂 🙂 

Und der Strand, was macht der?

Man kann sich’s denken, er geht über in’s Meer.

Tiefblaue, glasklare Ägäis.

Paradise found.

Das Schöne an diesem Hotel: Es gibt keinen Hotel-Bau, es gibt keine Hotel-Flure, es gibt eigentlich gar kein Hotel.

Ein paar zweistöckige Häuschen, irgendwo eine Rezeption, die Pool-Bar, Abendessen in lauer Luft mit Blick auf’s Meer, Wandelröschen, Hibiskus, Bougainvilla in blühender Pracht, nebenan die grüne Lagune mit Schilf drum herum und Kühlschränke, Kühlschränke gibt’s überall und das ist gut so, bei den Temperaturen 😎

Katze sitzt am Pool und guckt in’s Wasser.

Kinder wollen abends um zehn unbedingt noch mit Mama Tischtennis spielen.

Junge Mädchen haben sich in knackige, längsgestreifte Mini-Röcke gezwängt.

Ein Mann mit Glatze hat einen dermaßen roten Sonnenbrand-Schädel – Aua, das tut schon beim hingucken weh.

Das Abendlila wird langsam dunkelmunkelblaugrauschwarz.

Und ich sitz da und guck mir das alles an.

Schreibend finde ich mich wieder.

Hier bin ich

Vollständig

Zufrieden

Einen Felsen hoch kraxeln.

Überm Meer.

Einfach nur da sitzen.

Und wie komm ich jetzt wieder runter?

Wie die Äffchen, mit Händen und Füßen und bitte nicht in die Disteln treten 😉

Das Schöne am Griechischen, was ja nicht nur eine andere Sprache, sondern auch ein andere Schrift hat, ist, dass man Sachen kaufen kann, ohne wirklich zu wissen, was es ist.

Kefir? Trink-Joghurt? Wenn ich’s probier, wird ich’s wissen 😀

Und die Insel so an sich?

Es ist einfach schön.

Es ist rauh, es ist nicht lieblich.

Außer Himmel und Meer hat’s hauptsächlich Steine und Felsen und Steine und Felsen.

Schroffe Schönheit.

Abweisend? Unwirtlich?

Gerade deshalb

Die schwer zugänglichen Gegenden.

Da, wo der Mensch nicht viel dran rum pfuschen kann.

Da, wo’s noch so ist, wie der liebe Gott sich das mal gedacht hat.

Das sind die Orte, die das Herz un-mittel-bar berühren.

Stell dir vor, du wirst entführt. Sack überm Kopf, irgendwo hin gebracht, weißt nicht, wo du gelandet bist.

Wenn überall und ständig Mussikk dudelt, dann weißt du, du bist in Griechenland.

Ohne Musik geht hier gar nichts.

In jedem Bus, in jeder bar, beim Frühstück und beim Abendessen – Musik ist immer dabei.

Eine tote Libelle hab ich auf meiner Terasse gefunden.

Hab sie erst mal angestupst, sieht aus wie neu, kein bisschen kaputt oder verdötscht oder so. Ist aber wirklich tot.

Das erinnert mich an einen früheren Freund, der immer, wenn er mich sah, sagte: „Libelle! You are a Libelle!“

Wenn ich mir diese so anguck – Wie sind eigentlich Libellen?

Ganz fragil sehen sie aus, fast durchsichtig die Flügel. Aber erstaunlich robust, das Ding! Hab sie schon ein paar Mal hin und her geschleppt. Erst dachte ich, ich nehm sie mit nach Hause, dann dachte ich, nee, schmeiß das weg – Nun ist es beschlossen, ich nehm sie mit, so was findet man schließlich nicht alle Tage.

Und irgendwie erinnert sie mich schon an mich – Einfach nicht kaputt zu kriegen

Am nächsten Tag sitzt ihre Schwester eine ganze Weile neben mir auf der Strand-Wiese auf einer Geranie.

Und guckt mich an.

Kann man mit Libellen kommunizieren?

Ananda von Assisi.

Sie sprach mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen 😉 😀

Wasserflasche, Hut, Sonnencreme – Rhodos-Survival-Kit.

Beim Eincremen wie weiland mit dem Lindenblatt – bloß keine Stelle vergessen, da ist Helios, der Sonnen-Gott, unerbittlich!

Und wenn der Horizont tatsächlich mal langweilig wird, gibt’s auch immer was zu gucken.

Lindos by boat legt an und Menschen krabbeln mal mehr und mal weniger elegant das Treppchen rauf und runter.

Surfschul-Anfänger versuchen verzweifelt, nich vom Brett zu kippen.

Menschen spielen Frisbee im Rhodos-Wind. Das is besonders lustig, die haben vielleicht was zu rennen!

Upps – jetzt hätten sie fast ein Kind geköpft  😈

Auf jeden Fall wirkt diese Insel sehr anregend auf mich.

Ich bin in meinem Element – nicht nur im Wasser, ja, da auch, fühl ich mich immer zu Hause, alte Heimat, sind wir ja alle mal her gekommen…

Ich kritzel alles voll, was ich kriegen kann.

Schreibend er-lebe ich die Welt.

Das ganze Gewühle, die Menschen um mich herum.

Der Stoff, aus dem die Worte sind.

Das ist auch das „Geheimnis“ des so gerne All-Ein Seins. Das, was viele Menschen nicht verstehen.

Wie Peter Ustinov einmal sagte: Die Kunst des Schreibens ist mir die liebste, denn es ist die einsamste.

Kiotari ist kein Ort und doch ist es ein Stückchen ursprüngliches, noch „echtes“ Griechenland an dieser traumhaften Küste.

Wo von sie glücklicherweise so viel haben, dass sie die beim besten touristischen willen nicht zugebaut kriegen.

Kiotari ist der Strand von Asklipion.

Da haben die Leute aus dem Dorf ihre Sommerhäuschen. Winzige Dinge, teilweise noch ohne Strom, wie ich mir hab sagen lassen.

Es gibt einen kleinen, natürlichen Hafen mit ein paar Fischerbooten und es gibt eine Kapelle.

Orthodox. Voll ausgemalt und ziemlich düster.

Für sich spricht, dass da eine offene Schale steht für die Kerzen-Opfer.

Hier haut der liebe Gott persönlich auf die Finger, dem, der klaut.

Drei Italiener in Badehosen äugen neugierig, trauen sich dann aber doch nicht rein, nachdem Gott und ich sie grimmig angeguckt haben.

Das war ja heftig in Lindos – Dort haben sie auch eine Kirche im augüstlich touristisch überfüllten Dorf. Am Eingang thronen zwei Matronen und schreien in einer Tour „No Shorts!“ Und die leichtbekleideten Mädels wickeln sich in Decken, die sich schon circa 150000 Menschen zuvor um ihre verschwitzten Körper gewickelt haben – Igitt!!!

Rhodos-Stadt hab ich dann auch mal besucht.

Als ehemaliger Kreuzritter hat mich der Anblick des Großmeister-Palastes dann doch sehr erfreut. Die Altstadt innerhalb der gewaltigen Stadtmauer, das ist schon schön. Die Ritterstraße – ohne Verkaufsstände! – das sieht alles noch genau so aus wie damals.

Im Po Sand – Ach nee, ich lieg ja auf der Wiese – Was wollte ich sagen?

Ja, war nett. Auf der zweistündigen Busfahrt was gesehen von der Welt- und jetzt wieder froh „zu Hause“ zu sein 😀

Auf meinem Lieblings-Platz auf der Wiese unterm Baum

Neben mir das griechische National-Getränk für Nicht-Alkohol-Trinker: Ein Frappé, weil Sonntag ist, heute mal mir drei Löffeln Zucker.

Freundlicherweise weht ein frischer Wind.

Um mich der Sound der Zikaden.

Wie nennt man das noch mal?

Ruhe-Laub

Man merkt, es wird langsam Ende August.

Morgens um halb sieben verspür ich doch glatt einen kurzen Anflug von Kühle.

Runter zum um diese Uhrzeit menschenleeren Strand.

Eine einsame Joggerin joggt vorbei.

Sonnenaufgang.

Beim ersten Fitzelchen Rot kommen mir immer fast die Tränen.

Da ist sie wieder!

Man kann ja nie wissen – Was, wenn sie mal nicht aufgeht?

Zurück im Zimmer ist es nach wie vor kuschelich warm.

Puste-Maschine an.

Kaffee.

Gleich mal kurz auf die Matte, dann frühstücken.

Letzter Tag, morgen geht’s nach Hause.

Es ist, wie es ist, aber hier hätt ich’s noch ein paar Tgae ausgehalten…

Im Internet wie im Leben

Kreativ oder Konsument?

Aktiv oder Passiv?

Machen oder mit sich machen lassen?

Da kann man eh nix machen? –

Komm du mir mal im Dunklen begegnen! 

In den USA ist mal wieder ein unbewaffneter Schwarzer von einem weißen Polizisten erschossen worden.

Das Ozon-Loch könnte sich eventuell bis zum Jahre 2050 wieder reguliert haben.

etcpp…..

Get Up Stand Up

One Planet

Das Leben als To Do-Liste

Gesprächsfetzen im vorüber gehen:

„Da fahr ich mit dem Fahrrad hin, so mach ich meinen Sport, dann hab ich das schon mal abgehakt auf meiner To Do-Liste“

Warum machst du Sport?

Weil dir das Spaß macht? Oder weil du das machen „musst“?

Wegen der guten Figur? Oder weil es modern ist, fit zu sein und gesund zu leben? Weil man das machen muss? Um gut da zu stehen?

To do. Auf der Liste. Merken, damit man’s nicht vergisst. Abhaken, erledigen.

Kür oder Pflicht?

Wenn noch nicht mal der Sport, die Hobbys, die Freizeit freiwillig geschieht, aus einem Bedürfnis heraus, aus Freude –

Was ist das für ein komisches Leben?

Faszination Technik

Auch wenn es schon längst so „normal“ geworden ist

Auch wenn wir täglich damit leben

Es ergreift mich immer mal wieder –

Mal eben e-mailen mit Amiland

Mal kurz in Griechenland anrufen –

Jahrhundertelang hätten wir uns das nicht träumen lassen

und die Jahrhunderte davor wussten wir noch nicht mal, dass Amerika überhaupt existiert.

Jetzt geht alles rasend schnell.

Die Welt wird immer kleiner, Telefon, Flugzeug, Internet, Mini-Chips, Riesen-Technik in winzigen Apparaten…

… where will it lead us from here?